Gestern hatte ich mir ein paar Gedanken über die Piratenpartei gemacht, heute gilt es ein paar andere Protagonisten unter die Lupe zu nehmen. Ein Politiker und 2 Gruppierungen, die sich nicht gerade mit Ruhm bekleckert haben. Die aber trotzdem für Aufsehen sorgten, was aber in Wahlkampfzeiten auch nicht weiter verwunderlich ist.
Norbert Röttgen
Weil sich die Minderheitenregierung aus SPD und Grünen einen Fehler in der Geschäftsordnung leistete, kommt es nach 2 Jahren zu Neuwahlen in NRW. Für die Roten mit Ministerpräsidentin Hannelore Kraft an der Spitze vielleicht ein ungeplanter Glücksfall, den allerdings Norbert Röttgen, seines Zeichens noch Umweltminister im Kabinett Merkel, verhindern möchte. Allerdings fährt der Herr Röttgen zweigleisig, wofür er – wenn man den Umfragen glauben darf – wahrscheinlich am Sonntag auch die Quittung bekommt.
Denn der Herr Röttgen hatte erklärt, dass er Ministerpräsident von NRW werden möchte. Allerdings hat er da in meinen Augen nur nach dem Posten geschielt, immer mit der Sicherheit im Rücken, im Falle der Niederlage sein Amt als Umweltminister weiterführen zu können. Und ich wage mal zu behaupten, dass seine Chancen auf einen Wahlsieg bedeutend besser gewesen wären, wenn er seinen Ministerposten abgegeben und klipp und klar erklärt hätte, dass er auch bei einer Wahl-Niederlage in NRW geblieben wäre. So wie zum Beispiel Christian Lindner bei der Landes-FDP schon als neuer Messias gefeiert wird, zwar unter anderen Vorzeichen, aber er hat seine Chance genutzt.
Die Wähler sind alle mündig und merken schnell, wenn sie jemand verarschen will. Mal eben von Berlin nach Düsseldorf fahren, die Wahl gewinnen und als Held dastehen. Wenn nicht, dann geht man eben wieder zurück… Ist aber nicht mit uns Rheinländern zu machen und erst recht nicht mit den bodenständigen Westfalen. Und wenn man dann im Fernsehinterview auf spitzfindige Fragen der Reporter auch noch die falschen Antworten liefert und sich so den Zorn der eigenen Parteikollegen zuzieht, dann dürfte der Herr Röttgen schon am Montag wieder Geschichte sein. Zumindest bei uns in NRW…
pro NRW und die Salafisten
Mal ganz davon abgesehen, dass eine Gruppierung wie pro NRW, die Nachfolger von pro Köln, gegen deren “Ansichten” ich selbst schon vor ein paar Jahren hier demonstriert habe, für mich keine Partei sondern nur eine Gruppe Rechtsradikaler mit verbohrten Ansichten ist, müsste diese Gruppierung eigentlich verboten werden. Denn mehr als öffentlich zur Schau getragener Hass gegen Ausländer kommt aus deren Reihen nicht, wobei sogar schon vom Fernsehsender WDR nach einem kritischen Beitrag mehr politische und weltanschauliche Neutralität angemahnt wurde. Da hat wohl der PR-Abteilung der Gruppierung etwas nicht gepasst…
Aber wenn es gilt, Flagge zu zeigen und ihre fremdenfeindlichen Parolen unters Volk zu bringen, dann sind sie an vorderster Front. So wie am Wochenende geschehen in Bonn, als es zur Provokation der Salafisten kam, in deren Folge auch noch Menschen verletzt wurden. Ich muss allerdings gestehen, dass ich auch eine Gruppe wie diese Salafisten hier bei uns nicht zur Wirkung kommen liesse. Deren Weltanschauung, die der von pro NRW fast gleich kommt, nur eben von einem anderen Standpunkt aus gesehen, darf gerne in den Heimatländern der Anhänger verbreitet werden, hat aber hier bei uns nichts zu suchen. Wohlgemerkt, ich habe nichts gegen Gläubige Islamisten, aber ich habe etwas gegen Radikale, die anderen ihre Meinung aufzwängen wollen.
Da wird der Koran zigtausendfach verteilt und das sicher nicht nur mit den friedlichsten Hintergedanken. Man stelle sich nur mal das Szenario vor, deutsche Christen würden vor der Kaaba in Mekka die Bibel verteilen, die müssten dann aber sicherlich Angst um ihre Gesundheit haben. Und wenn eine Gruppe die sich schnell provozieren lässt und eine andere Gruppe die gern provoziert aufeinander treffen, dann kommt es zu solch unschönen Szenen. Auf die aber mit Sicherheit über 99% der Einwohner von NRW gerne verzichten können…
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